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22.05.13
12. Mai 2012: Der Kultlauf - GutsMuths Rennsteig Marathon 2012
Bei einem Kultlauf, wie den Rennsteig Marathon durfte Raphaela Engert natürlich nicht fehlen.

Schon im Jahr 2007 begleitete ich den  ETSV Lauda bei einigen Laufeinheiten. Es folgte das Studium, somit war die Zeit sehr begrenzt und das gemeinsame Laufen mit dem Lauftreff Lauda war beendet.

Anfang des Jahres 2012 hatte Ansch Götzelmann mich angerufen und gefragt ob ich denn nicht am Sonntagmorgen Lust hätte an dem ersten Long Jogg 2012 des ETSV Laudas teilzunehmen. Ich zögerte nicht lange und entschloss mich mein Durchhaltevermögen auf die Probe zu stellen. Es machte sehr viel Spaß, so dass ich auch an den folgenden Sonntagen keinen Long Jogg mehr verpasste.
In einer der langen Läufe wurde das Thema "Rennsteig Marathon"  angesprochen.

Sofort kamen mir folgende Gedanken in den Kopf: „Einen Marathon zu laufen, das reizt mich schon seit einigen Jahren und wenn Ich jetzt jeden Sonntag früh aufstehe um mit den Morgensportlern des ETSVs zu joggen, dann muss ich diese Gelegenheit jetzt am Schopfe packen".

Ohne zu überlegen was der Rennsteig Marathon bedeutet habe ich Matze zugesagt.

Eine zielgerichtete Trainingsphase begann mit meinem neuen Laufpartner Matze!!!!

Bereits an dieser Stelle möchte ich mich dafür bedanken, dass Matze einen Marathon Frischling wie Ela, oder auch Raffel genannt begleitete. VIELEN DANK!!!
 

Nach vielen langen und bergigen Sonntagsläufen war es dann endlich soweit, der Rennsteig Lauf stand vor der Tür.

Leider muss ich zugeben, dass die Trainingsphase in den letzten beiden Wochen vor dem Marathon komplett unterbrochen wurde. Einige alkoholisierte Partys und Firmenevents kamen dazwischen an denen ich zu 100% NICHT auf Alkohol und wenig Schlaf verzichtete.
 

Am Tag des Marathons...

Es war so kalt, dass mein Outfit welches ich mir komplett neu von ADIDAS gekauft hatte "adi zero" viel zu frisch war. Nun stand ich vor der großen Frage: „Was ziehe ich heute an?". Ich versuchte möglichst viele Tipps von den erfahrenen Läufern zu sammeln und somit hatte ich dann doch noch etwas Passendes gefunden. Das adi zero Outfit mit verängerter Hose :-)  Ich setze einen neuen Trend und die gesamte ETSV Lauda Truppe schmunzelte.
 

Dass der Lauf dann doch so bergig wird hätte ich nicht gedacht. Das hochlaufen hatten wir trainiert aber das abwärts laufen war eine große Herausforderung. Daher musste auch ich bei Kilometer 30 etwas von dem köstlichen Haferschleim zu mir nehmen. Bei Kilometer 30 merkte ich auch kurzzeitig meine Waden, welche sich aber dank des Schleim Dopings relativ rasch erholt hatten.

Ab Kilometer 35 hieß es dann auf zum Endspurt! Gemeinsam mit Matze versuchte ich so ziemlich alle Frauen, welche noch vor mir waren zu überholen. Aussage von Matze: „Auf Ela, die Frau da vor uns ist  in deiner AK die müssen wir überholen". 

Dieses heftige Überholmanöver haben wir dann bis zum Ziel durchgeführt. Am Ende hatte ich den 12. Platz in meiner AK erreicht. Es hat sich also gelohnt!
 

Der Einlauf in das Ziel...

Plötzlich standen ganz viele Leute an der Seite, welche mich angefeuert haben. Matze und Ich haben das Tempo verringert und an der Hand von Matze habe ich nach 43,5 km in 04:08:13h die Zielgerade überschritten.

Plötzlich kamen mir die Tränen. Es war ein unbeschreibliches, wunderschönes, faszinierendes und prickelndes Erlebnis. Da es so wahnsinnig schön war, fehlen mir an dieser Stelle die Worte. Vielleicht gelingt es mir bei meinem nächsten Marathon, genau dieses Gefühl näher zu beschreiben.

Ohne irgendwelche wunden/offenen Stellen habe ich den Marathon sehr gut überstanden. Bereits am Montag war ich schon wieder fleißig am Tennis spielen. 

Vielen Dank an alle, die mich beim Training unterstützt und auch während des Marathons motiviert haben! Ein besonderer Dank geht nochmals an Matze und an meinen Malte, der mich zum Rennsteig begleitet hatte.

Durch euch wird mein erster Marathon nie in Vergessenheit geraten. 

Würzburg, den 22. Mai 2012

Raphaela Engert 

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23.05.11
Das Marathon-Experiment
Am Freitagnachmittag auf der Fahrt nach Prag frage ich mich – im Bus mit 17 Läufern und Läuferinnen der ETSV-Laufabteilung und deren Anhang -, ob ich es tatsächlich wagen soll – das Marathon Experiment.

Der 2. Marathon-Frischling neben mir ist Sebastian Fürst, auch er voller Anspannung und Sorge, was uns am Sonntagmorgen erwartet. Wollen wir wirklich Marathon laufen? Und schon höre ich „… zieh´die Schuhe aus, das darf ja nicht wahr sein. Du brichst Dir ja noch die Haxen und kannst am Sonntag nicht laufen“, das ist natürlich Matthias´ Kommentar zu meinen Schuhen -  die lediglich einen 8 cm hohen Absatz haben. Auch mein Hinweis, dass ich tagtäglich solche Schuhe trage, lässt er nicht gelten. Matthias besteht darauf, dass ich die Schuhe weder am Freitag noch am Samstag weiter trage, sondern auf bequeme Laufschuhe umsteige. Für den Sonntagabend will er sie mir wieder zugestehen, aber dann bin ich diejenige, die verweigert …, schließlich liegen 48 Stunden Prag, viel Aufregung und eine Laufstrecke von 42,195 km dazwischen.
Ich habe den ETSV schon im letzten Oktober nach Köln begleitet und dort – ebenfalls in Begleitung von Matthias Götzelmann – den Halbmarathon glücklich geschafft, ein tolles Erlebnis!

Danach kam sein Angebot, mich auch auf der Marathonstrecke zu begleiten, aber das gelte nur für die 2011 geplante Pragfahrt des ETSV.

Will ich das, kann ich das? Die Hemmschwelle für die Startanmeldung jedenfalls war hoch. Aber wofür hat man Freunde? Michael Geidl erklärte mir eines Tages im Januar beiläufig, ich müsse mich um nichts kümmern, die Anmeldung sei schon erledigt. Von Matthias gab es seitdem regelmäßig Tipps zum Lauftraining und die Einladung, bei den langen Wintertrainingsläufen des ETSV mitzumachen.

Ja, an den ersten Zweistundenlauf an einem Sonntagmorgen im Februar kann ich mich noch sehr gut erinnern - so lange war ich vorher noch nie gelaufen, oje, das war ganz schön anstrengend.

Aber da hilft alles nichts – angemeldet ist angemeldet! Also habe ich Trainingspläne studiert und mich für einen 10-Wochen-Trainingsplan mit 4 x Lauftraining in der Woche entschieden (übermütig wie ich bin mit der Zielzeit 3:59 Stunden, die ich zunächst noch für mich behalte).
Welche Strecke laufe ich? Wie lange muss ich unterwegs sein, um den Trainingsplan zu erfüllen? Das waren dann die Fragen vor dem wöchentlichen langen Sonntagslauf, eine große Runde um Bad Mergentheim und Dörfer,  alternativ in Richtung Herbsthausen laufen oder nach Niederstetten und retour. Auch ein besonderes Erlebnis - an einem Freitagmittag vom Büro in Tauberbischofsheim nach Hause laufen also nach Wachbach mit einem Abstecher über Stuppach; vielen Dank an Markus Moll, der sich vorher bereit erklärt hatte, meine Arbeitstasche daheim abzuliefern oder mich wenn nötig auch unterwegs einzusammeln.
Für die letzte Trainingswoche kamen klare Anweisungen von Matthias: Dienstag nochmals 1 Stunde laufen, „… dann ein Hungertag und am Mittwoch Abend 5 km flottes Laufen, du bist dann wahrscheinlich ein bisschen k.o., aber das ist genau, was wir wollen, deine Kohlehydratspeicher sind jetzt unter Null, und dann kannst du so viel Nudeln essen, wie du willst. Und am Donnerstag nochmals die Schuhe anziehen und 2 km durch die Gegend fusseln und Schluss!“  

Nach den vielen Kilometern allein oder mit Begleitung entweder aus Lauda oder mit meiner lieben Nachbarin und (Lauf-)freundin Martina, die mir einmal in der Woche Gesellschaft leistete, nach dem Halbmarathon beim Stadtlauf Bad Mergentheim im  April und einem 10 km-Testlauf beim Residenzlauf Würzburg mit dem Distelhäuser Team war das Trainingspensum mit etwa 600 km absolviert, ein weiteres Paar Laufschuhe ziemlich erledigt und ich etwa 3 Kilogramm leichter. Und doch bleibt die Frage, schaffe ich das? Mehr als 32 km bin ich nicht am Stück gelaufen, länger als etwa 3 Stunden auch nicht. Wird das reichen? 
Am Samstagmorgen beim Frühstück in Prag, ich esse gerade ein Brötchen mit Ei, da höre ich vom Nachbartisch „… das Schlimmste, was man tun kann – 1 Tag vor dem Marathon morgens ein Ei essen…“. Erschreckt und völlig verdattert verschlucke ich mich fast, ach ja, das ist wieder Matthias, der nicht nur mich mit seinem Kommentar verunsichert.

Am Sonntagmorgen haben wir wunderbares Frühlingswetter, einen strahlend blauen Himmel und angenehme Temperaturen in Prag, ein Tag wie geschaffen … für das erste Mal. Ja, ich will laufen und ich werde dabei noch Spaß haben, das sage ich zu Matthias am Start. Er hat uns in einen günstigen Startblock bugsiert, die Laufstrategie ausgegeben (so lange als möglich laufen wir 5:20 je km), und die möglichen Zwischenzeiten auf die Hand notiert. Ich rufe mir nochmals die Laufstrecke mit den kurzen und längeren Schleifen durch Prag sowie vor allem an der Moldau in Erinnerung.

Dem Startschuss gehen vom Himmel einschwebende Fallschirmspringer mit blau-rot-weißen Fallschirmen und tausende aufsteigende Luftballons in den gleichen Farben voraus. Fantastisch!  Und schon geht’s los, wir sind auf der Strecke!

Es macht wirklich Spaß zu laufen, die erste kleine Runde führt durch die Altstadt mit 4 km, wenn auch das Kopfsteinpflaster gewöhnungsbedürftig ist, sehr uneben, mit vielen unterschiedlich großen Steinen, da heißt es – aufgepasst.

Achtmal werden wir die Moldau queren. Und da sind wir schon auf der Karlsbrücke, das Wahrzeichen von Prag ist einfach wunderschön und bietet auch jetzt einen tollen Blick auf die Burg.

Ich laufe leicht und eigentlich finde ich unser Tempo zu langsam, da höre ich in meinem Rücken „ ... lauf jetzt endlich hinter mir“, ok - ich mach ja schon, ich laufe ab sofort einen Schritt hinter Matthias.

Und dann sehen wir auch schon den ersten ETSV-Fanblock. Sie winken uns zu, fotografieren uns. Auf der 2. Schleife sehen wir die 2. Gruppe aus Lauda, die Mädels singen tatsächlich das Badner Lied – ich kriege Gänsehaut, muss lachen und fast auch weinen, einfach klasse!

Zurück in Richtung Altstadt, jetzt eine kleine Runde von 2 km und dann in Richtung Süden durch die Stadt an der Moldau entlang, die Strecke ist jetzt eher langweilig  und wir laufen die gleiche Strecke parallel zurück, da kommen uns auch schon die ersten Läufer und Läuferinnen entgegen, wir sind bei km 19.
Wendepunkt für diese Schleife ist bei km 21, wow – so schnell ist die Halbmarathonstrecke geschafft, es geht mir sehr gut und wir sind 1:52 Stunden unterwegs, das passt doch!

Die Strecke zurück ist auch flott absolviert und schon sind wir bei km 25 angelangt, alle 2,5 km sind Erfrischungs- oder Verpflegungsstellen aufgebaut. Ich nehme regelmäßig einen Wasserbecher und einen nassen Schwamm, der erfrischt den Nacken und die Schultern. Es wird allmählich wärmer, die Sonne wärmt jetzt kurz vor 11 Uhr schon ordentlich! Bei km 25 und bei km 35 ist Essen angesagt, das heißt ich knete ein Powergel ein paar Minuten in der Hand und drücke das Gel vor dem nächsten Verpflegungsstand in den Mund, nein das schmeckt nicht wirklich, egal ob Geschmacksrichtung schwarze Johannisbeere oder Banane-Erdbeere, das ist eine zähe süße Masse, die sofort mit Wasser heruntergeschluckt werden will. Aber es wird mir helfen, die kommenden Anstrengungen durchzustehen.

„Nur noch 17 km“, sagt Matthias. Es geht wieder über eine Moldaubrücke und die Schleife führt uns nun am anderen Moldauufer wieder in Richtung Süden, Wendepunkt ist kurz nach km 28. Ich habe als nächsten Fixpunkt die 30-km-Marke im Kopf. Und ja, da ist sie auch schon … gut, sehr gut. Aber ganz leise kommen sie, die Zweifel und die Fragen, sie lassen sich nicht abschalten - was passiert noch? Kommt der „Mann mit dem Hammer“? Wie gehe ich dann damit um? Und, wollen meine Beine noch ab km 32? Jetzt finde ich es völlig daneben, im Training nicht wenigstens 35 km gelaufen zu sein. Wie konnte ich nur glauben, die fehlenden 10 km würden durch meinen guten Trainingszustand oder meinen unverbesserlichen Optimismus möglich?

Und dann ist sie auch da, die erste Erschöpfung, genau bei km 32! Ich werde langsamer, Matthias passt auf und beruhigt mich sofort, wir sind so gut gelaufen, wir haben Luft, wir schalten einen Gang zurück.

Ich weiß, ab km 33 müssen wir nochmals die 2.Schleife absolvieren, die wir von km 4 bis km 12 gelaufen sind. Sie wird sich ziehen wie Kaugummi, das ahne ich schon. Ich laufe jetzt flacher, langsamer, will Kraft sparen. Überlege mir, jetzt nur noch von km zu km zu denken. Geduld ist angesagt, und Nachsicht mit dem eigenen begrenzten Leistungsvermögen. Ich warte auf die 33er-Marke und weiß, bald werde ich mein 2. Powergel nehmen, das hilft hoffentlich ..?!

Am besten, gar nicht mehr nachdenken, einfach laufen. So kommen die km-Marken 33 und 34.
„Was ist Deine Hausstrecke mit 8 km, das schaffst Du doch locker“, so motiviert mich Matthias jetzt. Ja, das stimmt, 8 km sind immer zu schaffen, das sind 4 Runden oder mein Dienstagslauf mit Martina, oder nicht?

Nach der km-Marke 36 queren wir wieder die Moldau; jetzt müssen wir nur noch auf der anderen Moldauseite zurücklaufen bis km 40, danach wird’s besser, beruhige ich mich. Aber wann kommt denn endlich km 37?

Dann mit der km-Marke 37 kommen Hunger und Durst! Jetzt ein großes Apfelsaftschorle trinken und etwas zu essen, ganz egal was, ein trockenes Brötchen wäre ein Traum...!

Ich habe Hunger sage ich zu Matthias und er „… es gibt jetzt nichts, da kannst Du schreien, wenn Du willst“. Das tue ich dann auch, ganz laut „ich habe Hunger!!!“, aber das interessiert hier auf der Strecke definitiv niemanden. Alle Läuferinnen und Läufer sind mit sich selbst beschäftigt, manche bleiben stehen oder gehen nur noch, vielen sieht man die Strapazen der letzten Stunden jetzt auch an.

Wir erreichen km 38, irgendwann auch km 39 und die letzte Brücke, „.. die läufst Du jetzt mit Anstand“ sagt Matthias zu mir. Ich hebe wie befohlen die Füße wieder ein bisschen höher, es geht doch!

Ich habe nun das Gefühl, immer weiter laufen zu müssen, nie anzukommen, ich bin sicher - mein weiteres Leben wird in Laufschleifen durch Prag weitergehen, immer weiter, immer weiter…
Km 40 – ok, ich nehme meine letzten „Körner“ zusammen und versuche, wieder besser in den Rhythmus zu kommen, Füße heben, längere Schritte, ein bisschen mehr Geschwindigkeit, zumindest ein ganz klein wenig.

Wir sind in der Altstadt zurück, wieder auf dem anstrengenden Kopfsteinpflaster …

Bei km 41 biegen wir auf die Zielgerade ein, eine Prachtstraße mit wunderbaren Einkaufsgeschäften, eigentlich würde ich jetzt wirklich gerne schauen, was Cartier, Gucci, Prada, Max Mara oder Boss in ihren Schaufenstern präsentieren…! „He“ reißt mich Matthias aus meiner Wunschvorstellung, „gib mir Deine Brille und lächle, wenn wir durchs Ziel laufen, wir sind gleich da!“

Ziel, wo ist das Ziel, ich habe nicht einmal die 42 km – Marke gesehen. Und da ist er, der blaue Zielteppich mit der Zeitmessung, Matthias nimmt mich bei der Hand und ich laufe lächelnd und erschöpft ins Ziel.

Es ist kurz vor 13 Uhr – Mittagessenzeit! - und ich habe die 42,195 km nach 3:52:42 Stunden geschafft! Einen Augenblick glaube ich, gleich wache ich auf und der Traum vom Marathon zerplatzt wie eine Seifenblase – nein, es ist Wirklichkeit, wir sind in Prag, wir sind im Ziel.
Danke Matthias, danke ETSV! 

Ohne Euch wäre das Marathon-Experiment nicht möglich gewesen!

Danke auch an alle, die mir ihre guten Wünsche auf den Weg gegeben und an diesem Sonntagmorgen an mich gedacht haben! 

Übrigens - Auf die Highheels habe ich am Abend dann leichten Herzens verzichtet, schließlich passen die bequemen Treter ja auch viel besser zu den Jeans und der Medaille, die ich natürlich voller Stolz den ganzen Sonntag getragen habe!

Elisabeth Krug

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12.05.09
Marathon ? - nie werde ich einen laufen,
so dachte ich noch vor einem Jahr. Jetzt habe ich meinen ersten schon hinter mir. 

Sport hat für mich schon immer eine wichtige Rolle gespielt.

Joggen, Ski- und Inlinerfahren , Mountainbiken und Handball gehörten  zu meinen Lieblingssportarten.  Durch Rüdiger bin ich dann Anfang 2008 beim Lauftreff gelandet. Es machte Spaß in der Gruppe zu laufen, aber einen Marathon? Nein danke, dies war mir dann doch zu anstrengend.

Der Herbstmarathon  in Berlin, im September 2008, mit dieser super Stimmung ließ bei mir dann doch die Überlegung aufkommen, es einmal zu versuchen. Als es für die ETSVler feststand, den nächsten Frühjahrsmarathon in Hamburg in Angriff zu nehme, war mein Entschluss gefasst.  Ich werde dort laufen.

Da ich bis dato nur an einem 10km  Wettkampf teilgenommen hatte, meldete ich mich zum Freiburg Halbmarathon ende März 2009 an. Dies musste als Vorbereitung und als "Wettkampferfahrung" genügen. Von Günter bekam ich einen detaillierten Trainingsplan und Rüdiger unterstützte mich bei meinem Vorhaben.

Anfang Februar ging es dann richtig los. Auf meinen vielen Trainingskilometern wurde ich nicht nur von Rüdiger, sondern auch von Christian und oft von Jürgen begleitet, der immer gewissenhaft auf die Zeit schaute. Bei Wind und Wetter hieß es nun, raus. Nur einmal ließen mich die Jungs im Stich, aber da war das Wetter auch wirklich schrecklich. Die Trainingswochen vergingen und der Freiburger Halbmarathon stand an. In einer für mich tollen Zeit von 01:42:42 beendete ich (begleitet von Rüdiger) diesen Lauf. Vier Wochen später fuhren wir mit dem Bus nach Hamburg. Es war alles gut organisiert , unser Hotel lag nicht weit von Startplatz und Reeperbahn entfernt und wir hatten viel Spaß. Dann kam der heißersehnte Marathontag. Aufgeregt war ich nicht wirklich,  hatte ich doch von vielen erfahrenen ETSVler  Ratschläge mit auf den Weg bekommen, die ich so gut als möglich umsetzen wollte. Das Wetter meinte es fast zu gut mit uns, für viele waren die Temperaturen schon am Morgen zu hoch. Meine Wohlfühltemperaturen liegen beim Laufen zw. 12 und 17 Grad, die 23 Grad waren eigentlich  zu viel. Natürlich hieß jetzt die Devise: So viel trinken wie möglich.
Es war schon ein tolles Gefühl, mit all den vielen Läufern im Startblock zu stehen. Der Lauf  wurde eingeläutet, endlich ging es für Rüdiger, Armin, Christian ,mich und 15000 andere begeisterte Läufer los.  Rüdiger versorgte mich immer  ausreichend mit Wasser, so dass ich mein Tempo beibehalten konnte.  Bis km 24 liefen wir zu viert, dann fiel Armin etwas zurück. 

Bei km 26 aß ich ein Stück Banane, die mir aber nicht so gut tat, denn ich merkte, dass mit meinem Darm etwas nicht o.k. war. Gut das bei km 28 ein Dixi stand, denn jetzt hatte ich Durchfall. Während Christian langsam weiter lief, wartete Rüdiger mit einem Becher Wasser auf mich. Es ging mir wieder gut und gemeinsam versuchten wir, zu Christian aufzulaufen, aber wir konnten ihn nicht mehr einholen. So liefen wir zu zweit weiter, immer angefeuert von den begeisterten Zuschauern. Es machte wirklich Spaß.
Doch bei km 37 meldeten sich nicht nur bei mir, sondern auch bei Rüdiger die ersten Ermüdungserscheinungen, musste er doch immer einen Kurzspurt einlegen, um mir das begehrte Wasser zu bringen. Ischias und Bandscheibenprobleme taten ihr übriges dazu und Rüdiger forderte mich auf, meine Lauf alleine durchzuziehen. So hatte ich es eigentlich nicht geplant, aber dann lief ich doch allein weiter. Nur noch von Dittigheim nach Lauda, waren meine Gedanken. Die Oberschenkel wurden langsam schwer und mir fehlte ein Motivationsschub. Doch bei km 40 standen unsere Fans und haben mich noch einmal richtig angefeuert. die letzten 2km gingen dann auch vorbei, wenn auch etwas langsamer. In  einer Zeit von 03:45:50 lief ich über die Ziellinie - geschafft!!!!! Ich fühlte mich gut,   machte mir jedoch etwas Sorgen um Rüdiger.  Kurze Zeit später lief auch er über die Ziellinie. Gestartet bin ich meinen ersten Marathon mit 3 Männer - angekommen bin ich allein.

Ich möchte mich bei allen, die mich mit Rat und Tat unterstützt haben, bedanken, bei Günter für den supertollen Plan (er ging genau auf), bei Christian und Jürgen für die Begleitung beim laufen und natürlich bei Rüdiger, der fast immer an meiner Seite war.

Danke, es war super und ich werde auf jeden Fall noch einmal einen Marathon laufen!

Lorena

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14.09.08
Eine Schnapsidee wird wahr!
Mit dem Laufen habe ich vor ca. 20 Jahren begonnen - wegen 10 Kilo Übergewicht nach 3 Schwangerschaften. Anfangs waren es allerdings nur 30 Minuten bei schönem Wetter mit langen Winterschlafpausen, aber als ich dann vor 7 Jahren zum ersten Mal die 10 km-Distanz beim Messelauf bewältigte, war ich sehr stolz! 

Während mir das Laufen immer mehr Spaß machte, wurden meine Laufkameradinnen wegen altersbedingter Wehwehchen immer weniger, was mich schließlich endgültig in den Schoss des ETSV-Lauftreff trieb, weil ich wusste, dass es dort immer jemanden gab, mit dem ich laufen konnte – ohne vorher lange rumzutelefonieren. Und an allem, was danach kam, ist, wie bei allen Neulingen, Werner Tolle"schuld". Er sagte nämlich in einer unserer ersten gemeinsamen Laufstunden: "Ich mach' euch fit für den Halbmarathon", was meine letzte verbliebene Lauffreundin so verschreckte, dass sie nie wieder mit zum Lauftreff kam.  

Jetzt hatte ich es nur noch mit "richtigen" Läufern zu tun und mein Ehrgeiz war geweckt. In der Schule hatte ich mit einer 4 in Sport schon früh gelernt, dass ich absolut unsportlich bin, dafür kann ich aber sehr hartnäckig sein, wenn ich ein Ziel habe, und das Wort "Halbmarathon" hatte sich in meinem Kopf eingenistet. Außerdem wehre ich mich schon seit einigen Jahren gegen dieVorstellung, dass man mit 50 zum "Alten Eisen" gehört. Als dann 2007 die Vereinsfahrt nach Wien geplant war, wo auch Christel, mit der ich oft meine Runden drehte, einen Halbmarathon laufen wollte, gab es kein Halten mehr, obwohl mein nichtlaufender Mann Putu mich für völlig verrückt erklärte. Wien war ein tolles Erlebnis mit der unbeschreiblichen Atmosphäre an der Strecke und dem grandiosen Applaus, als ich neben dem ersten Marathonläufer mit 2h06min einlief. Bei meinem dritten Halbmarathon in Würzburg im Frühjahr 2008 konnte ich mir zum ersten Malvorstellen, noch weiter zu laufen und, da man auch im "fortgeschrittenen Alter" die eine oder andere Herausforderung braucht, um sich selbst zubeweisen, dass es noch nicht bergab geht, schlich sich jetzt der Marathongedanke bei mir ein. 

Aus den "Runner's World"-Magazinen, die mir Werner Tolle liebenswerterweise überlassen hatte, statt sie als Altpapier zu entsorgen, wusste ich, dass es eigentlich jeder schaffen kann, wenn er gesund und ausdauernd ist, und so fand ich  dort auch gleich einen Trainingsplan mit dem Titel "Lächelnd ankommen". Werner weihte ich als ersten ein. Er meinte, dass ich es schaffen könnte, gab mir auch gleich die nötigen Trainingstipps und das Versprechen dichtzuhalten, für den Fall, dass ich es doch nicht durchhalten würde. Nach der Lektüre eines Marathon-Buches hatte ich bald einen ehrgeizigeren Trainingsplan mit der Zielzeit 4.20 h , die eher meinem Lauftempo entsprach. Einen Lauftermin fand ich auch schnell, den 7.9. 08 in Niedernhall, da mir die Strecke schon beim Halbmarathon im Vorjahr gefallen hatte und ich das Haupttraining in die Schulferien legen konnte, da mein Mann nichts davon merken sollte. Er hielt mich eh schon für verrückt und hätte sicher versucht, mir die Sache auszureden.

Alles das ergab dann einen anstrengenden, aber unvergesslichen Sommer und das liegt auch am Lautreff des ETSV Lauda. Ihr habt mich beraten, übers Telefon - und Anja und Regina haben mich über viele Trainingskilometer begleitet. Außerdem habt ihr, trotz mehrerer Feiern, vor meinem Mann dichtgehalten. Er hat es erst am Tag vor meinem Lauf erfahren, aber sich dann doch mit mir über meinen Erfolg gefreut.
 
Und dann kam der große Tag! Die Woche vorher war ich schon nervös gewesen, hatte Flugzeuge im Bauch und konnte kaum schlafen, aber jetzt fühlte ich mich gut und der Wetterbericht war auch optimal. Schon am Start gab es nette Gespräche mit anderen Läufern und Läuferinnen und gute Tipps, z.B. zum richtigen Essen von Bananen beim Laufen und dass die Strecke vor Künzelsau dauernd leicht ansteigt. Zu Beginn lief ich locker in wechselnder Begleitung im hinteren Feld in meiner geplanten Zeit von 6.20min/km, aber dass an der 1. Wende bei Kilometer 13,5 nur noch 6 Läufer nach mir kamen, beunruhigte mich schon etwas, denn Schlusslicht wollte ich nicht werden. Da beruhigte mich allerdings ein netter momentaner Begleiter, der gerade seine ganze Sportlerkarriere einschließlich Ernährungsplan vor mir ausgebreitet hatte. Er meinte, dass wir gegen Ende sicher noch einige überholen würden. Da nur wenige Frauen dabei waren, lief ich fast nur in männlicher Begleitung, aber dem "Mann mit dem Hammer" bin ich glücklicherweise nicht begegnet. Obwohl ich schon seit dem Start schwere Beine hatte und mir sämtliche Gelenke meiner unteren Extremitäten immer mal wieder meldeten, dass sie noch genug vom Training hätten, ging es mir gut und ich hatte keine Beschwerden. Irgendwann wurde die Verbindung zwischen Kopf und Beinen unterbrochen, da der Kopf beschlossen hatte, "Aufgeben kommt nicht in Frage", und so funktionierte die untere Hälfte automatisch, obwohl sich die letzten 10 Kilometer zogen wie Kaugummi. Allerdings konnte ich dabei noch einige Läufer überholen, da ich mir mein Tempo gut eingeteilt, genug Bananen gefuttert und regelmäßig getrunken hatte, und als ich ca. 200 Meter vor dem Ziel die vielen Vereinskameraden im gelb-blauen Outfit sah, reichte es sogar noch für einen Endspurt, der einen wesentlich jüngeren Läufer, den ich im Zieleinlauf noch überholte, ziemlich überraschte. So fiel ich nach 4 Stunden 25 Minuten und 25 Sekunden als 172ste von 198 Finishern überglücklich in die Arme meiner wartenden Vereinskameradinnen und -kameraden. 

Damit wurde mein erster Marathon ein unvergessliches Erlebnis, sicher auch deshalb, weil soviele von euch dabei waren und mich, sowohl bei Kilometer 27 als auch im Ziel, anfeuerten und sich mit mir freuten. Deshalb danke ich euch allen ganz herzlich, weil ich das ohne euch nie geschafft hätte, ja nicht einmal auf die "Schnapsidee", einmal im Leben einen Marathon laufen zu wollen, gekommen wäre. Aber für einmal im Leben hat es eigentlich viel zuviel Spaß gemacht und hie und da muss man sich ja auch mal wieder vergewissern, dass es noch nicht bergab geht.

Nicole Suarsana

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Nur Fliegen ist schöner

Sport hat schon immer mein Leben bestimmt. Ski-fahren, Karate, Handball, Ski-Gymnastik, Ju-Jutsu etc. Es musste immer was laufen! Laufen? Ja, ein bisschen wegen der Kondition sonst aber viel zu langweilig, bis ich durch meinen Sohn Andreas (über Mathias Götzelmann) auf eine gar nicht so langweilige Laufgruppe aufmerksam wurde. 

ETSV Lauda! Lustige sportliche Gruppen laufen hier 1 Std. durch den Wald. Bei den ersten Traininsläufen hatte ich das Glück mit Angelika und Barbara zu laufen, da diese sich für den nächsten Wettkampf schonen mussten. Das 3. Mal war dann die reinste Katastrophe! Ich lief so etwa 40 Min. als Letzte hinter ein paar Verrückten her, die am Berg so angezogen haben, dass ich keuchend und nach Luft ringend plötzlich ganz alleine dastand. Ja das war überhaupt nicht langweilig. Peinlich! Alle standen sie am Berg und warteten auf mich. Was die wohl dachten?! Von da an war mir klar, Laufen ist nicht einfach laufen und überhaupt: ich will auch so laufen.
Von da an lief ich geregelter. Lange Läufe, kurze schnelle Läufe und Intervall. 

Weihnachten 05 habe ich mich entschlossen, einen Marathon zu laufen. Ein langer Lauf, zwei schnelle Läufe und noch etwas mehr pro Woche – alles Einteilungssache. Glück hatte ich, dass Angelika Hofmann, mein Vorbild, auf die 100km trainierte und sie daher langsamer lief – so konnte ich doch immerhin fünfmal mit ihr trainieren. Hat super gepasst und ich habe sehr viele Tipps bekommen, es hat so viel Spaß gemacht und die Zeit verging wie im Flug. Herzlichen Dank dafür, Angelika. 

Mein großer Tag stand bevor. Auf was habe ich mich da eingelassen? Schaffst Du das? Beim Lauftreff munterten mich meine Freunde auf. „Klar das schaffst Du“, und gaben mir viele gute Ratschläge wie z.B. „bevor du ein Herzschlag bekommst, hörst du auf!“ (von Lissi)! Nett, nicht? Jedenfalls war ich furchtbar nervös und aufgeregt. 

Die Aufregung hat sich dann beim gemeinsamen Abendessen in Bonn, vor dem Wettkampf gelegt. Kurz und gut es war eine Superstimmung. Geschlafen habe ich in dieser Nacht so oh la la! 

Kurz vor dem Start; Ich stand unter Strom, Marion und Matze, Angelika und Armin, Günter und ich warteten bei lautstarker Musik auf den Startschuss. Tolles Gefühl! Des isch de’ Wahnsinn! – Das ist mein Lauf und ich bin gut. Schön, dass ich nicht alleine bin. Viele Gedanken… 

Endlich der Startschuss fällt, alles setzt sich in Bewegung, es läuft prima. Blick auf die Uhr, km1 gut weggekommen, Zeit stimmt. Von weitem weht da rechts unsere ETSV-Fahne - Barbara, Regina, Anke und Fritz feuern uns an. Die nächsten 8 km verlaufen wie im Flug. Unsere Fans stehen wieder da und feuern uns an.

Km 10, Angelika gibt Kommando „Kurven schneiden“. Armin läuft gerade in die andere Richtung. Hinter mir ein Kommentar „die Lauda’rer schaffen mit allen Tricks“. Erste Getränkestation „nicht stehen bleiben!“ ruft Angelika. Günter und ich bleiben stehen – trinken – laufen weiter. Günter schaut mich an. Gott sei Dank denke ich, der bleibt auch stehen. „Bei der nächsten Station nehmt ihr 2 Becher, nicht stehen bleiben – 1 mal trinken und einen über den Kopf oder über die Arme schütten“, meint Angelika. Günter nickt. Zuschauer rechts und links feuern uns an. „Lauf Windschatten!“ Ich laufe hinter einem Mann her. Rechts liegt Jemand am Boden. Menschenauflauf. Hoffentlich nichts Schlimmes! Armin läuft schneller! Irgendwann ist er weg. Donnerwetter denke ich – der macht heute ne Superzeit. 

Km 17 meine linke Fußsohle schmerzt. Hoffentlich geht das vorbei. Ich versuche mich abzulenken. Angelika merkt dies, will mir ein Powergel geben. Nein, nicht die Kondition sondern der Fuß. Jeder Schritt schmerzt, ich versuche seitlich abzurollen dem Schmerz auszuweichen. An was Schönes denken, heißt es in den Laufzeitschriften, so einfach ist das aber nicht. Ich muss langsamer laufen, Angelika läuft mit Günter weiter. 

Kilometer 20 ich treffe auf eine Gruppe schließe mich an, wir unterhalten uns - das lenkt mich ab. Jemand ruft meinen Namen „auf geht’s, Renate!“ Immer wieder höre ich meinen Namen. Die Zuschauer feuern uns an.  

Kilometer 32 – unsere ETSV-Fahne - bekannte Gesichter (ihr wart super!), Fritz läuft ein Stück mit, ein paar aufmunternde Worte (tut sehr gut). 

Irgendwann ein Plakat auf der Strecke mit der Aufschrift: „Jetzt aufhören ist doch blöd!“ Eigentlich geht’s mir gut, wenn der eine Fuß nicht wäre. Die paar Kilometer werde ich auch noch durchhalten. Auf geht’s im Ziel erwarten Dich deine Freunde. 

Kilometer 36 – von weitem ein gelber Punkt. Einer von uns? Ich laufe schneller, versuche den Punkt einzuholen. Armin!

„Komm wir laufen zusammen“! „nein lauf du weiter!“ Noch ein paar Worte und ich lief weiter. 

Kilometer 39 in einer Kurve ein Lautsprecher: „Jetzt kommt eine gutaussehende Frau!“ Ich drehe mich um, keine Frau da. Oh ich bin gemeint. Jetzt musste ich lachen und winkte zurück. Lautsprecher: „und lachen kann sie auch noch!“ Wenn die wüssten… 

Kilometer 40 – letzte Getränkestation, ich bleibe kurz stehen und massiere meinen Fuß. Plötzlich spüre ich einen Arm um meine Schulter, ein Mann spricht mich an „komm wir gehen die letzten Kilometer!“ nein, das tue ich nicht! Auch wenn jetzt ein paar Männer gehen! Ich habe so lange trainiert und ich werde aufrecht durchs Ziel laufen! 

Zieleinlauf: Stimmen, Rufe, Lautsprecher, Musik, es wurde alles lauter dichter. Gleich, gleich ich bin gleich im Ziel. Ich laufe schneller, leichter. 

Und es war ein wahnsinniges Gefühl, ich habe es geschafft! Ich habe es geschafft!

Mein erster Marathon. Als Erster hat mir Thomas Götzelmann mit Sanitäter gratuliert, ich habe es nicht vergessen! 

So richtig bewusst wurde es mir erst zu Hause am nächsten Tag. Ich habe es geschafft. Mein erster Marathon in 3:43 Stunden. 

Nach einer Laufanalyse wurde mir mitgeteilt „Sie haben den total falschen Laufschuh. Für den nächsten Marathon im Oktober ̀06 habe ich mich schon angemeldet. Ja, noch einmal! 

Renate Stirnkorb

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25.04.06

Emotionen eines sportlichen Höhepunktes

Am 08.12.05 steht für mich die Entscheidung fest. Ich werde meinen 1. Marathon am 02.04.2006 in Freiburg laufen. Die Stadt im Breisgau kenne ich bis dato nur als Party-Studenten-Stadt, außerdem der Hit: 42 Bands auf 21 Kilometern. Deshalb vielleicht für mich der besondere Reiz!

Einen individuellen Trainingsplan nehme ich mir nicht vor, 6 – 8 Long Jogs mit ca. 2,5 Std. und dazwischen regelmäßig Laufen mit ca. 1-2 Std. Das muss genügen.  

01.04.06 Marathon-Wochenende:

Ohne zu wissen was auf mich zukommt aber mit der Erwartung körperliche Höchstleistung zu bringen, fahre ich mit Elmar und ein paar von der Becksteiner Tennisgruppe los Richtung Schwarzwald. Auf der Marathon Messe treffe ich Holger und den vom Kuraufenthalt beurlaubten Gerald. Die Stimmung ist dort und bei der Nudelparty locker. Anschließend fahren wir alle gemeinsam in die Polizei Akademie Freiburg wo ich mein einfaches aber sauberes Nachtquartier mit Etagendusche (nach Männer und Frauen getrennt) beziehe. Wird die Nacht erholsam sein, damit ich morgen fit bin? Zurück in der Innenstadt zeigt sich Holgers Pizzeria als absoluter Geheimtipp. Statt Nudeln (habe ich schon tagelang vorher verzehrt) esse ich eine Pizza und zum Abschluss noch zwei Guinness im Irish Pup. Während des Essens und des restlichen Abends bin ich nicht richtig bei der Sache – in Gedanken schon beim Lauf. Um 23:50 Uhr liege ich im Bett und schlafe auch schnell ein.  

02.04.06 Marathon-Tag:

Nach einer sehr guten Nacht stehe ich um ca. 7:00 Uhr auf und fühle mich bereits fit und erholt. 7:30 Uhr Frühstück mit der ganzen Gruppe. Ich esse ein Brötchen, trinke eine Tasse Tee und natürlich die Banane. Nur nicht zuviel essen und trinken! Draußen ist es leicht bewölkt, ca. 10 Grad plus und am Tisch gibt es nur noch ein Thema: Welche Laufkleidung wird angezogen – lang oder kurz? Da um 11:05 Uhr Start ist geht es um ca. 9:30 Uhr Richtung Messezentrum, wo auch der Start- und Zielpunkt ist.

Relativ locker und mit der Empfindung gut vorbereitet zu sein gehe ich mich umziehen. Es ist noch kein Gedränge, sodass alles noch entspannt auf mich wirkt. Zum ersten Mal trage ich mein eigenes, auffälliges blau-gelbes ETSV Trikot mit der Aufschrift „MARATHON“. Ein bisschen Stolz macht sich in mir breit.  

Jetzt ist es ziemlich genau 11:00 Uhr und Aufstellung im Startblock. Irgendjemand hat mir den Rat gegeben dem Pacemaker mit Endzeit 3:30 Std. zu folgen. Nach dem Wertheim – Lauda – JongJog denke ich realistisch. Also reihe ich mich dicht hinter dem Ballonläufer ein, die Masse um mich herum. Nur nicht den Ballon aus der Sicht lassen, denke ich für mich.   

Dann gibt es kein Zurück mehr. Der Startschuss erfolgt pünktlich. Die große Uhr über der Startlinie zeigt dies mir. Es dauert ein paar Minuten bis sich die große Gruppe in Bewegung setzt. In diesem Moment schießen mir noch mal die Vorbereitungsläufe durch den Kopf – also kein Grund zur Panik, die sind alle gut verlaufen. Nur nicht zu schnell beginnen ist meine Devise. Ich drängle mich Richtung 3:30 Ballon der auf den ersten Kilometern 20-30 Meter vor mir läuft. Nach meiner Uhr, auf die ich irgendwie ständig schaue, läuft er konstant einen 5er Schnitt. Dies gibt mir Sicherheit. Und tatsächlich. Mindestens jeden Kilometer spielt eine Live-Band: mal Rock, mal Jazz, mal Guggenmusik. In hörbarer Reichweite dieses Bands vergesse ich die körperliche Belastung. Manchmal hört man bereits die Musik, obwohl man noch keine Künstler erkennen kann. Beflügelnd! In der ersten Runde bei Kilometer 7 – 9 ist die größte Stimmung unter den Zuschauern. Dies ist die Altstadt und hier stehen die Beobachter dicht gedrängt an der Strecke.

Nicht gedacht, dass Anfeuerungsrufe so antreiben können. Um den Ballon ist so ein Gedränge. Das nervt mich. Also überhole ich diesen bei Kilometer 12 oder 13. Lasse ihn aber dennoch nicht abreisen. Bei Kilometer 20 oder so sehe ich ihn nicht mehr.  

Die erste Runde, also die ersten 21 Kilometer laufen sich gut und ich fühle mich noch gut. Trinken muss ich bis dato noch nichts, obwohl ausreichen Verpflegungsstellen mit Wasser, Isogetränken, Bananen, Energieriegel gibt.

Ab und zu weht ein kühler Wind der etwas Abkühlung bringt. Tut ganz gut unterwegs.  

Bei Kilometer 21 stößt Holger zu mir und ab da beginnt eine „wahre“ Aufholjagd. Im Gleichschritt überholen wir noch Läufer um Läufer, mein Laufschnitt sinkt auf 4:45. Jeder Kilometer wird mitgestoppt. Pures Lauflustgefühl kommt in mir auf. Unterwegs, so bei Kilometer 28, feuern uns Stefanie die hier studiert und eine Freundin an. Das setzt noch mal Kräfte frei. Ungefähr bei Kilometer 33 werden erstmals meine Beine etwas schwerer und ich bekomme Durst. Also greife ich bei dem nächsten Verpflegungsstand zum Iso-Getränk, denn Wasser schmeckt zu fade. Da ich keine Zeit verlieren will trinke ich während dem Laufen, natürlich tropft ein Teil auf meine Hose. Egal! Weiter geht’s! Essen tue ich nichts, obwohl es manchmal verlockend aussieht. Wann spielen die mal wieder ein richtig rockiges Lied denke ich ab und zu um mich abzulenken.  

Ab Kilometer 34 zehrt das zügige Laufen an meinen Kräften und ich versuche mir die Entfernungen wie daheim vorzustellen. Noch von Tauberbischofsheim heim – noch Dittigheim – noch Distelhausen bis nach Lauda. Das hilft mir. Auf den letzen Kilometern glaube ich, steht mir die Anstrengung im Gesicht, aber mein Wille ist „eisern“. Das packst du, rede ich mir ein. Und dann endlich. Einbiegen in die lange, gerade Strasse vor dem Zielplatz. Ich versuche nochmals zu beschleunigen, aber meine Beine wollen nicht mehr so richtig. Die Zuschauermenge im Ziel ist so laut, dass ich sie schon 1-2 Kilometer vorher hören kann. Jetzt beiße ich nochmals auf die Zähne, über die Brücke, dann noch eine Linkskurve und gleich darauf ein Rechtskurve. Letzter Blick auf die Uhr, die Zeit wird hinhauen. Der Zieleinlauf ist sichtbar. Mit großen Schritten laufe ich in der Zielgerade, die Menge tobt. Wahnsinnsgefühl! Das ich das erleben darf! Kurz vor der Ziellinie bin ich wieder relativ entspannt – Runners-High!?!?! - klatsche Holger noch ab und reiße dann die Arme hoch. Geschafft!!! 3:24 Std.  Knapp unter meiner vorgenommenen Zeit.   

Gleich nach dem Ziel hängen massig Medaillen und eine junge Helferin hängt mir auch eine davon um. Für mich zweitrangig. Ich laufe zielstrebig in den Eingangsbereich der Halle wo üppig Getränke, Hefezopf und Energieriegel aufgebaut sind. Durstig werden drei oder vier Becher hinuntergestürzt, dann auch gleich zwei Stücke Zopf. Tut gut nach der Anstrengung und ich muss mich erst mal kurz hinsetzen und höre in meinen Körper. Alles in Ordnung, ich kann zufrieden sein! Ein bisschen euphorisch und ein bisschen erschöpft erzähle ich Holger meine ersten Eindrücke.

Dann gehe ich zum Duschen. Auch hier klappt alles, vor allem warmes Wasser. Nach einer ausgiebigen Dusche ziehe ich mich langsam an und packe stolz mein Trikot, dass ich schließlich 42,195 Kilometer getragen habe ein, und genieße noch mal die Atmosphäre unter den Sportlern.

Im Freien trinke ich zusammen mit Holger das obligatorische Siegesbier (Rothaus Tannenzäpfchen – schmeckt herrlich in diesem Moment). Daheim angekommen schwärme ich Daniela in den höchsten Tönen vom Marathon vor und überlege schon, wann ich den nächsten laufen werde....... 

Spies, Michael

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07.11.05

Petra Weickert: Mein Weg zum Marathon

Endlich geschafft! Ich bin meinen ersten Marathon gelaufen. Gemeinsam mit Rüdiger habe ich am 9. Oktober 2005, beim 6. Medien-Marathon in München, die 42 Kilometer lange Strecke bewältigt – und während des Laufes allerlei Höhen und Tiefen durchlebt.  

Schon immer habe ich Sport getrieben, zum Beispiel Tennis, Tischtennis, Aerobic, Tanzen. Mit dem Ansporn, etwas für meine Gesundheit und für die Figur zu tun, konnte ich meinen inneren Schweinehund stets überwinden – jedoch NIE fürs „joggen“. Aber wie kam ich letztlich doch zum Laufen?  

Um etwas für meine Fitness zu tun, schloss ich mich im Sommer 2002 der Walking-Gruppe an. Doch bereits im Sommer 2003 schaute ich sehnsüchtig den Läufern vom Laudaer Lauftreff hinterher, wenn sie ganz locker in verschiedenen Grüppchen an uns vorbeiliefen. Es kribbelte mir in den Beinen und ich wäre gerne mitgelaufen.  

Am 4. November 2003 war es soweit. Ich ging das erste Mal zum Lauftreff und legte „joggend“ meine ersten 6 Kilometer in sage und schreibe 60 Minuten zurück. Ich war schrecklich stolz auf mich! Lauffieber spürte ich in diesem Augenblick noch nicht – schaute aber immer öfter beim Lauftreff vorbei.  

Das Jahr 2004 kam. Als Laufanfänger hielt ich mich an Werner Tolle, der die Einsteiger betreut. Nach kurzer Zeit war ich in der Lage, 8 bis 9 Kilometer in einer Lauftreff-Stunde zurückzulegen. Im Spätsommer absolvierte ich, gemeinsam mit Rüdiger, meine ersten 10-Kilometer-Wettkämpfe, und zum Ende des Jahres war klar, dass ich im Mai 2005 in Regensburg meinen ersten Halbmarathon laufen würde.  

Nun kamen andere Zeiten: War ich bisher zweimal in der Woche je eine Stunde gelaufen, so musste ich jetzt mein Trainingspensum wesentlich erhöhen. Dreimal in der Woche war Pflicht, wovon ein Lauf länger als eine Stunde dauern sollte. Schritt für Schritt steigerte ich meinen „langen Lauf“ auf beinahe 2 Stunden.  

Viele Läufer des Lauftreffs waren im Frühjahr bereits im „Wettkampf-Fieber“! Ich wollte auch gerne spüren wie das ist. Würde ich die 21 Kilometer des Halbmarathon schaffen? Im Training war ich bislang etwa 17 Kilometer gelaufen. Doch bis Regensburg war es noch lange hin, und so meldete ich mich kurzentschlossen bereits zum Würzburger Halbmarathon an.  

Die Läufe in Würzburg und Regensburg absolvierte ich ohne größere Probleme. Das Lauffieber hatte mich gepackt! Es machte richtig Spaß. Und allmählich wurde nun klar, dass ich dieses Jahr sogar noch meinen ersten Marathon laufen würde. Zur Auswahl standen der Marathon von Frankfurt und der von München. Aufgrund der Erfahrungen der MarathonläuferInnen vom Lauftreff zu diesen Läufen, entschied ich mich für München.  

Nun unterzog ich mich einem 10-wöchigen Marathon-Training. Vier Mal laufen pro Woche war Pflicht. Der „lange Lauf“ musste auf 3 Stunden gesteigert werden. Die Zeit verging wie im Flug, und ich konnte meinen ersten Marathon kaum noch erwarten.  

Doch dann: wenige Tage vor meinem großen Lauf wurde ich krank. Das durfte nicht wahr sein! Die Vorbereitungszeit, die vielen Trainingskilometer, die Nudeln mit Tomatensoße, der Süßigkeiten- und Rüdigerverzicht – alles umsonst? Der verpasste Zieleinlauf ins Münchner Olympiastadion? – NEIN, ich werde laufen.  

Am Samstag mit dem Zug nach München. Nach dem Einzug ins Hotel gings zum Olympiastadion zum Abholen der Startunterlagen und anschließend zur großen Nudelparty. 

Dann kam „mein“ Tag. Um 5.30 Uhr war die Nacht vorbei. 6.00 Uhr Frühstück. 7.30 Uhr Abfahrt mit der S-Bahn zum Olympiastadion. Entgegen meiner Erwartung war ich jetzt die Ruhe selbst und das blieb auch bis zum Startschuss so. Auch Rüdiger war bereit – mit seiner Digitalkamera wollte er das Ereignis in allen Phasen dokumentieren. Das Wetter meinte es gut mit uns.  

In den Startblocks wurde es nun immer voller – schließlich wollten noch 7.779 andere Läufer mitmachen – davon 1.386 Frauen! Dicht standen wir beieinander, Rüdiger neben mir, und irgendwie begriff ich noch nicht richtig, dass es jetzt soweit war. Kein „langer Lauf“, keine 30 Kilometer – nein, 42 würde ich heute laufen. Endlich ging es los.  

Die ersten Kilometer vergingen schnell und ich freute mich über jeden, den ich dem Ziel näher kam. Zur Kontrolle, dass ich auch nicht zu schnell war, stoppe ich auf meiner Uhr jeden Kilometer. Rasch verging „eine Stunde Lauftreff“. Zuschauer jubelten uns zu, einige machten Weißwurstfrühstück am Straßenrand. Mir ging es gut. An den Verpflegungsstationen versorgte mich Rüdiger mit Wasser und Isostar. Am Marienplatz war die Hölle los: Die begeisterte Menschenmenge trugen mich förmlich über die Strecke. Wahnsinn.  

Kilometer 20: Ich trank Wasser und Isostar, wollte ein Stück Banane essen; doch nur mit viel Mühe konnte ich Schlucken. Rüdiger reichte mir ein Stück Energie-Riegel, aber das ging schon gar nicht runter. Irgend etwas stimmte hier nicht! Wir erreichten Kilometer 21 in einer Zeit von 2 Stunden und 5 Minuten. Damit war ich eigentlich zufrieden, aber ich merkte, dass mit meinem Magen etwas nicht in Ordnung war. Ab Kilometer 23 wurde mein Tempo pro Kilometer allmählich langsamer. Rüdiger machte sich Sorgen, wusste er doch, dass ich gesundheitlich angeschlagen war. 

Der „Backstein“ in meinem Bauch wurde immer größer und schwerer, aber trotzdem freute ich mich über jedes Kilometerschild, das ich hinter mir lassen konnte. Ans Aufgeben dachte ich nicht. Die Füße waren fit, es war doch „nur“ der Magen. Die Verpflegungsstation bei Kilometer 30 ließ ich links liegen. Rüdiger war davon nicht begeistert, war doch vor allem Flüssigkeit im Moment ganz wichtig. Aber weder ich noch mein Magen interessierten uns in diesem Augenblick dafür. Ich dachte lieber an alle LauftrefflerInnen, die schon seit mindestens 3 Stunden in Gedanken bei mir waren – sowas gibt auch Kraft.  

Ab Kilometer 33 merkte ich, dass sich mein Magen beruhigte und nach Kilometer 35 gönnte ich mir Wasser, Banane und wieder Wasser – ohne Probleme. Es ging aufwärts mit mir! Ich fühlte mich wieder vitaler und Rüdiger berichtete später, dass mein Tempo in dieser Phase wieder zunahm. „Bald habe ich es geschafft.“ Für mich war jetzt schon klar, dass ich auf jeden Fall ankommen würde. Leider nicht in der Zeit, die ich mir vorgenommen hatte.  

Zwischen Kilometer 38 und 39 wurde an der Strecke alkoholfreies Bier gereicht. Das hatte sich Rüdiger, mein Begleitläufer, Fotograf und Motivator, wirklich verdient.  

Schließlich kamen die letzten Kilometer. Das Ziel, das Olympiastadion, war greifbar nah. Ich lief parallel zum Stadion. Dann das Schild mit der 42! Leicht bergab führte die Strecke durch das Marathon-Tor und den Discotunnel auf die Stadionbahn. Angekommen, angekommen, angekommen! Jetzt noch wenige Meter auf der Stadionbahn – der Belag fühlte sich weich wie Watte an. Die letzte Kurve, noch 20 Meter bis zum Ziel! Über eine kleine Anhebung zu den Matten der Zeiterfassung – Ziel! Ende, fertig, aus, geschafft! 4 Stunden, 24 Minuten und 45 Sekunden war ich gemeinsam mit Rüdiger unterwegs. Die Mühsal der letzten Monate hatte sich gelohnt. 

Eine junge Frau hängte mir meine Finisher-Medaille um den Hals und gratulierte mir zu meiner Leistung. In diesem Augenblick war ich nur glücklich und stolz. Es war vollbracht. Meine Beine zitterten und ich konnte mich zwischen Lachen und Weinen nicht so recht entscheiden.  

Irgendwo auf der Wiese im Stadion wollten wir uns niederlassen – aber wie auf den Boden kommen? Plumps – so einfach! Wir tranken Tee und Wasser, aßen Banane und Nusszopf. Die Sonne lachte uns ins Gesicht, ein schöner Tag. Und ich wusste jetzt schon, dass ich mich wieder diesen 42 Kilometern stellen werde. 

Petra Weickert

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26.10.05

JUDIT, FUSS, FUSS!

Im November des Jahres 2003 habe ich als Hobby mit dem Laufen angefangen. Dann habe ich erfahren, dass es in Lauda eine Laufgruppe geben soll. Im April 2004 bin ich das erste Mal mitgelaufen.

Im Dezember 2004 habe ich mir die Aufgabe zum Ziel gemacht im nächsten Jahr einen Marathon zu laufen. Doch es gab viele Anfangsschwierigkeiten, so dass ich die Laufschuhe schon an die Wand hängen wollte. Als Laufanfängerin hieß es dann natürlich: ab zum Werner, in seine Abteilung! Jeder hat dort angefangen; hieß es.

Meine erste komplette Laufstunde bin ich ganz durchgelaufen. Ich war im 7. Himmel, weil es so viel Spaß gemacht hat. Dies war für mich das erste Erfolgserlebnis in meiner "Laufkarriere" und sehr entscheidend.

Ich denke gerne zurück an die ersten Wettkämpfe: Messelauf Königshofen, Assamstätter Volkslauf etc.

Unterstützend hat hier schon Werner sein ganzes Wissen und seine Erfahrungen an mich weitergegeben und aufgepasst, dass ich keine Fehler mache, während der Trainingszeit. Durch mein regelmäßiges Training habe ich mir ein Selbstvertrauen aufgebaut, das mir erlaubte immer wieder neue Ziele zu setzen. Ich wollte mich unbedingt weiterentwickeln, aber es ging nicht so schnell.

Geduld, Beharrlichkeit, Ehrgeiz; mein ganzes Denken habe ich den Laufstunden geschenkt. Und nicht nur dieses, ich habe gemerkt, wie gut ich den Alltagsstress durch das Laufen verarbeiten konnte.

So hat meine Tochter Julia festgestellt, dass es egal ist, wenn ich bis auf die Haut Nass geworden bin, da ich immer mit guter Laune vom Training heim gekommen bin.

Ich habe mir 9 Monate Zeit genommen mich auf meinen ersten Marathon vorzubereiten. Werner hat es gar nicht überrascht. Ich denke, er hat schon mit so was gerechnet, ja vielleicht sogar erwartet, da er mich doch schon seit einer geraumen Zeit gut kannte.

Er hat mich sehr fürsorglich zum Halbmarathon geführt und gesagt: "Judit du bist gut vorbereitet, lauf deinen Wettkampf". Und es war genau so. Selbstsicher bin ich dann auch den Würzburger Halbmarathon gelaufen.

Der Sommer verlief ausgezeichnet. Keine Hitze!  Meine Vorbereitung erreichte endlich die wichtigste Phase: den 13 Wochen dauernden Trainingsplan. Den ersten 3-Stundenlauf konnte ich kaum erwarten.

So lange auf den Beinen? Es war toll....

Ich habe danach meine Stoppuhr eine ganze Woche nicht zurückgestellt, so stolz war ich auf meine Trainingsleistung. Frau Tolle hat viel dazu beigetragen. Sie hat uns unterwegs immer gut mit Getränken versorgt.

Und dann war es endlich soweit.

Abfahrt nach Budapest mit der ganzen Familie. Die Stimmung war unbeschreiblich. Ich war aufgeregt bis zum Anschlag!

2. Oktober 2005. dieses Datum gehört zu einer meiner schönsten Erinnerungen. Da meine Tochter auch an diesem Tag Geburtstag hat, habe ich ihr diesen, meinen ersten Marathon gewidmet.

Meine liebe Familie hat mich unterstützt, angefeuert, verpflegt, genauso wie in der ganzen Vorbereitungszeit. Deshalb bin ich stolz auf sie und dankbar, da mir das viel Kraft gegeben hat.

Während des Laufes ist alles gut gelungen. Budapest hat ein unglaublich schönes Flair. Die Stimmung war Spitzenklasse! Die vielen ungarischen Anfeuerungen haben bis ins Blut gewirkt. Ich war die ganze Zeit nur noch glücklich und bin so zu sagen der Donau entlang geschwebt.

Lieber ETSV. wenn ich eine Marathonbraut wäre, würde ich mein Blumenstrauß werfen für andere Sportlerinnen unserer Gruppe, damit auch sie an diesem schönen Erlebnis teilhaben können.

Ich möchte mich auf diesem Weg bei allen ETSVlern bedanken, weil ich gespürt habe, wie ihr mir die Daumen gedrückt habt. Ich bin froh, dass ich noch viele Laufstunden mit Euch verbringen kann.

Insbesondere bedanke ich mich bei meinem Freund Werner. WERNER Du bist Klasse und zu meinem absoluten Laufvorbild geworden. 

Judit  

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3.10.05

Gemeinsam 42195 Meter 

Lange haben wir überlegt, was wir über unseren ersten Marathon schreiben könnten. Wir haben uns dazu bereits in Regensburg lange 4 Stunden den Kopf zerbrochen. Jeder von uns hatte so seine eigenen Gedanken. Jetzt, nachdem alles eine gewisse Zeit zurückliegt und wir uns so richtig erholen konnten, haben wir damit begonnen unsere Eindrücke und Erinnerungen in Worte zufassen. Da wir uns mehr oder weniger gemeinsam dazu entschlossen haben (eigentlich war es Thomas) das Projekt Marathon in Angriff zu nehmen, die meisten Trainingskilometer gemeinsam absolviert haben und auch gemeinsam angekommen sind, liegt es auf der Hand, dass wir auch unseren Erfahrungsbericht gemeinsam schreiben.  

Mit einem 4:30 Stunden-Trainingsplan aus einem Marathon-Buch und Tipps aus der Laufgruppe vorbereitet machten wir uns am Samstag, den 7. Mai um 8:30 Uhr mit unseren Freunden von der Laufgruppe auf den Weg. Unsere Kinder waren gut untergebracht, und so konnten wir völlig entspannt das Wochenende auf uns zukommen lassen. Die gemeinsame Zugfahrt nach Regensburg verging fast wie im Flug, konnten wir doch unterwegs noch das ein oder andere in Erfahrung bringen. Manchmal dachten wir uns allerdings: „Ups, haben wir uns für die richtige Veranstaltung vorbereitet? Oder sollten wir lieber den nächstens 10 km Lauf aufsuchen?“ Aber solche negativen Gedanken verbannten wir sofort wieder aus unserem Kopf. Seltsamerweise verspürte keiner von uns in den letzten Tagen Nervosität oder sonstige Aufgeregtheit, wie z.B. vor einem 10-km-Wettkampf. Wir hatten ja auch nichts zu verlieren, sondern konnten nur gewinnen.  

In Regensburg angekommen spulten wir gleich unsere erste Laufeinheit unter erschwerten Bedingungen (mit Gepäck) herunter. Im Hotel brachten wir dieses auf die Zimmer und machten uns anschließend auf den Weg zum Start-/Zielbereich. Nach einer scheinbar nicht enden wollenden Wanderung durch halb Regensburg kamen wir völlig erschöpft auf der Marathonmesse an. Zuerst holten wir unsere Startunterlagen ab. Das war ein ganz schönes Gewusel. Wir waren froh, dass uns das ganze Organisatorische abgenommen wurde. Nachdem alle ihre Startunterlagen hatten, ging es zurück zur Marathonmesse.  

Mittlerweile hatte es sich richtig eingeregnet und keiner hatte an seine Gummistiefel für morgen gedacht. Als nächstes war die „Nudelparty“ dran. Für Nichtmarathonläufer: Es gab Nudeln zu essen! Die Experten nennen dies „Carboloading“. Dass dies am Abend noch eine Fortsetzung finden sollte, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Nach einem Bummel durch die Zelte der Marathonmesse ging es zurück ins Hotel. Ein wenig Ausruhen und dann Spaghetti-Essen in einem nahe gelegenen Steakhaus, welches Matze überzeugen konnte, 18 hungrige Mäuler mit Pasta statt mit Fleisch zu stopfen. Nach stundenlangem Essen und Trinken fielen wir wie Steine ins Bett und schliefen entgegen oder trotz vieler Vorhersagen richtig gut.  

8. Mai 2005, Muttertag, 5:30 Uhr, der Wecker klingelt. „Muss das sein?“ „Ja!“ „Also ab zum Frühstück!“. Vorschriftsmäßig nehmen wir unser Frühstück ein: Brötchen mit Honig und Nutella, ein Schluck Kaffee, … na ja, eigentlich wie jeden Sonntag. Danach kam die schwierigste Entscheidung des Tages: Was zieht man bei so einem Wetter an??? Nach langer Beratung entschließen wir uns, eine lange Hose und ein Unterhemd unter dem Trikot zu tragen, was im Nachhinein richtig war. Dann machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Nach ca. 30 Minuten waren wir im Startbereich. Schnell noch ein Foto, solange wir noch gut aussehen, ein Schluck aus der Wasserflasche, die Taschen abgeben, ein letzter Gang zur Toilette und dann ab in den Startblock A ?!?. Als wir hinter uns den Ballon mit 2:59 Stunden sehen, schleichen wir uns im Rhythmus der Musik ein wenig nach hinten. Beim Ballon mit 4:14 Stunden fühlen wir uns dann heimisch. Ein wenig ungeduldig wurden wir dann doch…. „peng“ los geht’s. Langsam setzt sich die Kolonne vor uns in Bewegung. Schnell noch ein unverschwitztes Küsschen und schon schwangen wir gemeinsam unsere Beine über die rote Matte am Boden. Die nächsten Stunden werden zeigen, ob wir es schaffen gemeinsam ins Ziel zu kommen. So nach 5 km beginnt sich das Chaos in eine gleichförmige Bewegung zu ordnen. Wir entdecken vor uns einen Ballon mit 3:59 Stunden und entschließen uns, so lange wie möglich mit dieser Gruppe zu laufen. Kilometer 10: 55 Minuten! „Hoppla!!“, das ist eigentlich zu schnell, aber wir fühlen uns gut und mussten uns sogar bremsen.  

Auf dem Weg zurück in die Stadt kommt ein kalter Wind auf und die Wolken über uns werden immer dunkler. Noch immer haben wir den Ballon neben uns, als es über eine lange Donaubrücke in die Altstadt geht (kilometerlang Kopfsteinpflaster…“Igitt!!“). Bei den vielen schönen Eindrücken in der Altstadt merkten wir gar nicht, dass wir uns schon der Halbzeit näherten. Doch kurz vor KM 21 setzte Regen ein. Zusammen mit dem Wind wurde es recht unangenehm und uns wurde richtig kalt. Die Finger waren klamm und wir wären am liebsten unter einem der Regenschirme rechts und links der Straße verschwunden. Dann endlich Halbzeit und das unter zwei Stunden. Wir sehen rechts Vera und Regina, die uns zuwinken und ab geht es auf die zweite Runde. Von rechts kommen tausende Halbmarathonläufer -  Die Straße war plötzlich voll von Läufern und Läufergruppen, die alle was anderes vorhatten: die Einen rasten an einem vorbei, die Anderen unterhielten sich gemütlich und uns auf. Der Bereich an den Wasserstationen erinnerte mehr an den Barbetrieb bei einem Volksfest.  

Unser Ballon war mittlerweile irgendwo vorn im Pulk verschwunden. Nach einer kurzen Besprechung einigten wir uns, das Tempo ein wenig herauszunehmen, da wir ja immerhin noch mal einen Halbmarathon vor uns hatten. Zum zweiten Mal ging es raus aus der Stadt. Auf der anderen Seite sehen wir unsere Lauffreunde, die bereits auf dem Rückweg sind und feuern sie an. Endlich ist der Wendepunkt erreicht, nur noch 10 km. „Auf, nur noch einmal Lauftreff!“. Die Schritte werden trotz aller Anstrengung immer kürzer und die Muskeln beginnen zu schmerzen. Schaffen wir das noch ins Ziel? Hätten wir dieses Jahr vielleicht doch noch keinen Marathon laufen sollen? Haben wir genug trainiert? Warum tun wir das überhaupt? Das waren so zwischen km 33 und km 38 die häufigsten Fragen, die uns durch den Kopf schlichen.  

Irgendwann kam wieder die Brücke in die Altstadt und das Kopfsteinpflaster. Vor uns stürzten etliche Läufer auf dem unebenen Boden. Vorsichtig setzten wir unsere Schritte, immer hoffend, so kurz vor dem Ziel nicht auch noch zu stürzen. Das Schild mit KM 38: „Noch 4 km (und 195 m)!“ Erinnerungen an unsere ersten Laufversuche vor 3 Jahren werden wach. Vier Kilometer, anfangs sogar weniger als 2 Kilometer, das waren die Strecken, die wir damals 2 bis 3 mal die Woche liefen, das müsste man noch hinkriegen. Allmählich werden wir wieder schneller. Immer mehr Zuschauer stehen am Straßenrand und feuern die Läufer an. Endlich biegen wir in die Zielgerade ein und sehen vor uns den Zielbogen. So schnell wie den ganzen Tag noch nicht rennen wir auf das Ziel zu… und im Gleichschritt zum letzten Mal über eine rote Matte.  

Wir haben es geschafft!!!! 

Fast wären wir noch an den Helfern mit den Finisher – Medaillen vorbeigelaufen. Da standen wir nun, erschöpft und glücklich, alles gut und mit 4:08 Stunden deutlich unter unserer Zielzeit von 4:30 Stunden überstanden. Plötzlich von rechts bekannte Stimmen: Vera, Anjuli, Thomas und Matze nahmen uns in Empfang und beglückwünschten uns zu unserem ersten erfolgreichen Marathon. Einige Liter Cola später waren wir schon wieder richtig fit, holten unsere trockenen Kleider, zogen uns um, holten unser Finisher-Shirt ab und…..dann kam der schwerste Gang des Tages: Zurück ins Hotel. Mit schmerzenden Beinen, aber unheimlich stolz, schlichen wir, von Thomas und Vera gut begleitet, zurück ins Hotel. Wie lange wir gebraucht haben, wissen wir nicht mehr. Duschen, was essen, zu den Zügen und dann heimfahren. Über die nächsten 2-3 Tage hüllen wir lieber den Mantel des Schweigens. 

Und was ist die Moral von der Geschicht? Nach nem Marathon schmerzen die Knochen wie bei Gicht! Tun wir es wieder? Zumindest sagen wir nicht: „Nie mehr!“ Es war auf jeden Fall ein tolles Erlebnis, mit ein wenig Durchhaltewillen etwas zu erreichen, wovon andere ihr ganzes Leben lang nur träumen oder es einfach abtun. Warum gerade Marathon? Das hat sich so ergeben! Als Jutta sich vor ein paar Jahren entschloss mit Sport zu beginnen, waren es am Anfang kleine Radtouren mit unseren kleinen Kindern. Zu dieser Zeit lernten wir mit Thomas Götzelmann auch den ersten leibhaftigen Marathonläufer im Urlaub kennen – na wenn’s denn Spaß macht, dachten wir uns damals. Irgendwie wurden dann die Touren immer länger, irgendwann joggten wir erst 2 und dann 4 Kilometer. Unsere Kinder fanden auch Spaß am Laufen und Radfahren. Und dann war Sport für uns plötzlich selbstverständlich geworden. Als wir letzten August das erste Mal zur Laufgruppe gingen, war unser Schicksal besiegelt: Wer da mitläuft, läuft irgendwann auch mal einen Marathon. Bei der Weihnachtsfeier machte Thomas dann den Fehler, sich für Regensburg anzumelden. Von da an, gab es kein Zurück mehr. Der Rest ist mittlerweile Geschichte. Danke an alle, die uns begleitet haben, vor allem aber an unsere Kinder Sharon und Kevin, die uns zum Sport gebracht haben.

Jutta und Thomas

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Christoph Kirsch

Erstaunlich, wie man im Leben zu manchen Dingen kommt, zum Beispiel zum Marathon-Lauf. Angefangen hat die Lauferei ja schon während des Studiums, da die Entfernung zu meinem Heimatverein schon beachtlich war, und das Training für meinen „Erstsport Karate“ deshalb deutlich zurückging. Dann wenigstens ein paar Runden laufen.

Während der weiteren Jahre bei der Bundeswehr blieb es dann auch bei den Stadionrunden, und Entfernungen zwischen 5 und 7 Kilometern. Im Sommer 2003 dann die Idee, doch mal 10 km zu laufen. Und irgendwie kam ich dann zum Lauftreff. Erst ehr sporadisch, dann doch immer häufiger. Für 2004 sollte es dann schon ein Halbmarathon sein.

Und nachdem ich es mir angewöhnt hatte, ein bis zweimal die Woche hinter den anderen „Verrückten“ her irgendwelche Berge hoch zu laufen, dann die Marathon-Idee. Wahrscheinlich unvermeidlich, wenn man in unserem Lauftreff läuft. 

Am 17. April 2005 ist es dann soweit: Ich stehe am Start des Würzburg Marathons. Das Wetter meint es gut mit mir und den anderen 26 Startern des ETSV: Angenehme Außentemperatur bei einer Wolkendecke ohne Regen. Optimale Bedingungen.

Erstaunlich, dass ich gar nicht nervös bin. Aber ich bin mir immer noch nicht sicher, wie ich den Lauf angehen soll. Eigentlich sollte man den ersten wohl auf Sicherheit laufen, aber zugegeben: Nur Ankommen reicht mir eigentlich nicht ganz.

Direkt vor mir steht der Mann mit den 3:29-Luftballons. Sehen wir mal, ob ich mich in seiner Nähe halten kann. Schließlich haben das auch noch einige andere vom Lauftreff vor. Da kann ich ja in der Gruppe bleiben.

Nach den ersten Kilometern habe ich das Gefühl, eigentlich doch etwas schneller laufen zu wollen. Mit einem schlechten Gewissen entferne ich mich langsam von den Luftballons und der Gruppe. Ob sich das wohl rächt? Aber ich denke: Vertrau einfach dem Gefühl.

Die erste Runde läuft problemlos. Unterwegs sehe ich einen Haufen bekannter Gesichter am Straßenrand. Das ist halt der Heimvorteil in Würzburg, auch wenn es vielleicht nicht die optimale Einsteigerstrecke ist. An der Talavera biegen die Halbmarathon-Läufer ins Ziel ab, und das Feld wird deutlich dünner. Jetzt wird’s sich zeigen.

Irgendwo bei Kilometer 28 eine bekannte Stimme von hinten: Peter holt mich ein. Den Rest des Laufs bleiben wir zusammen, was sich für mich auf den letzten 10 Kilometern lohnen soll. Denn ohne Zugläufer würde mein Tempo wohl etwas nachlassen.

Es geht eine lange Gerade am Main entlang auf die Altstadt zu. Dieses Stück fällt mir schon schwer, da es sich immer weiter zu dehnen scheint. Dann geht es in die Altstadt. Die Zuschauer stehen hier immer noch dicht, so dass die Lauferei wieder mehr Spaß macht. Und als das Schild mit der 40 am Rand steht, da ist klar: Dieser Lauf wird ein Erfolg!

Die letzten zwei Kilometer vergehen dann auch wie im Flug. Über die alte Mainbrücke, noch eine Gerade auf das Ziel zu, dann die letzte Biegung, und da ist es: Das Ziel. Geschafft nach 3:24:08! Und mir geht es gut. 

Ich bin „der Beste“ Christoph Kirsch

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Christian Schua

Nachdem ich im Training in der Gruppe gelegentlich den Anschluss verlor, packte mich mein reichlich vorhandener Ehrgeiz. Im Gespräch erfuhr ich von den sogenannten langen Läufen, die aber in der Regel sonntagfrüh stattfanden. Sonntags laufen, hatte mich das Lauffieber schon gepackt? Langsam steigerte ich mich von 1,5 bis auf 2,5 Stunden Dauerlauf und auch im Training konnte ich schon zumindest 1Stunde fast jedes Tempo mitgehen. Das ganze blieb scheinbar nicht unbemerkt, denn ich bekam immer häufiger die gleiche Frage gestellt „ Wann läufst du denn deinen ersten Marathon?  Ich blockte zunächst noch ab, doch bei jeder Gelegenheit bekam ich humorvoll zu spüren, dass nur ein Marathonläufer so richtig dazu gehört. Als ich dann dem ETSV beitrat und auch noch ein Trikot mit der Aufschrift Marathon bestellte, gab es kein zurück mehr. Im April 2004 meldete ich mich für den Frankfurt Marathon an . Ich hatte noch etwas Zeit, aber ab August ging es dann richtig zur Sache. Aus dem Internet besorgte ich mir einen Trainingsplan. Schnell merkte ich das der Plan eigentlich nur eine Ergänzung darstellte. Richtig wichtig waren die 3 Einheiten pro Woche, die ich mit der Langlaufgruppe absolvierte. Ich bekam unzählige Tipps, und lernte Trainingsformen wie z. B. Tempoläufe, Pyramiden und Ausdauerläufe bis zu 3 Stunden kennen. Dafür meinen herzlichen Dank an die Gruppe. Als Vorbereitung absolvierte ich noch einen Halbmarathon, um mich an die Wettkampfatmosphäre zu gewöhnen. Die letzten Wochen vergingen wie im Flug und schließlich war das ominöse Datum 31.Oktober 2004 da. Mit einer starken Truppe von 15 Läufern trafen wir uns um 7 Uhr zur Abfahrt nach Frankfurt. Gut angekommen (mit Formel1 Pilot Peter Menz ) fuhren wir mit dem Bus zum Messegelände. Nach dem wir die Startunterlagen abgeholt hatten bereitete sich jeder individuell auf den Wettkampf vor. Alle wirkten ruhig und ausgeglichen, nur bei mir stieg langsam die Nervosität. Beiläufig sagte Holger zu mir , dass er ein Stück mit mir laufen würde. Wie wichtig das für mich werden sollte, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Nachdem jeder ein letztes mal das stille Örtchen aufgesucht hatte, verteilten wir uns auf die verschiedenen Startblöcke. Wir waren zu dritt, Holger, Armin und ich.

Laut Absprache wollten wir nicht zu schnell losgehen, ca. 5:15. Dann ertönte das Startsignal und ca. 10000 Läufer setzten sich langsam in Bewegung. Unzählige Zuschauer jubelten uns begeistert zu. Holger machte das Tempo. Am Anfang lief es sehr gut. Unzählige Gruppen und Bands sorgten auf der Strecke für zusätzliche Motivation. Nach ca. 21 km bekam Armin Probleme und musste schließlich abreißen lassen. Wir waren bis dahin genau 1Std 45min unterwegs, also 5er Schnitt. Die nächsten 10 km fühlte ich mich noch recht gut.

Ab km 33 wurden meine Beine langsam schwer, Wadenkrämpfe plagten mich, ich konnte das Tempo nicht mehr halten. Holger versuchte mich abzulenken, spielte Psychologe und half mir so über die letzten Kilometer. Als wir endlich km 40 erreichten konnte ich unter dem Jubel von unzähligen Zuschauern das Tempo noch einmal leicht erhöhen. Dann km 42.

Mit einem überwältigendem Glücksgefühl lief ich über den roten Teppich in die Frankfurter Festhalle ein. 3:39 ich hatte es geschafft. Kaum hing die Medaille über meinem Kopf, war es mit der Freude erst mal vorbei. Jetzt gingen die Krämpfe erst richtig los. Zufällig traf ich Hubert, der mir mit Rat und Tat zur Seite stand. Nachdem ich es zum Treffpunkt geschafft hatte, ging es mir schon wieder besser. Jeder gratulierte mir, denn endlich war auch ich ein richtiger Marathonläufer. Zum Abschluss trafen wir uns noch in Lauda zum Essen um die ausgepowerten Körper wieder in Form zu bringen. Ich hatte meine Finisher Medaille um den Hals hängen, und fühlte mich richtig gut.
Christian Schua

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Heidrun Gogolin

Heidrun hat es geschafft! Einen Marathon zu laufen bleibt für viele Sportler ein Traum, doch Heidrun hat es geschafft! Wenn es dann noch besonders gut läuft und man seine Freunde geradezu herausschreien möchte, dann ist das doch bestimmt eines der höchsten der Gefühle. Heidrun hat ihre Gedanken vor, während und beim Zieleinlauf zu Papier gebracht und wir denken, das viele von euch ihre Stimmungslage nachvollziehen können. Viel Spaß beim Lesen und nochmals herzlichen Glückwunsch Tom & Matze  

Mein erster Marathonlauf

Der Einlauf in die Festhalle......war........war wie ein Orgasmus... Aber mal der Reihe nach:

Ich war bereits am Samstag in Frankfurt und habe da schon die Startnummer abgeholt. Bei der Gelegenheit konnte ich mich gleich mit den Örtlichkeiten vertraut machen und dabei auch gleich die Laufmesse besuchen. Vor dem großen Ereignis beschloss ich, mir noch etwas Gutes zu gönnen und beendete den Samstagabend  mit einem entspannenden Bad.

Dann war endlich Sonntag. Mit dem Zug bin ich zur Messe gefahren. Viele Läufer aus der Umgebung haben ebenfalls den Service genutzt, öffentlichen Verkehrsmitteln zu benutzen. Nach Abgabe des Kleiderbeutels bin ich etwas herumgelaufen und mindestens 2 mal zur Toilette geeilt, (frag nicht was da für „Schlangen“ standen.  Aber das kennst Du ja sicher). Meine Aufregung wuchs ständig. Um 11.00 Uhr ging´s dann los. Der Start war in mehrere Blöcke unterteilt. Bis meiner dran war  vergingen schon alleine 8 Minuten.

Also die ersten 25 km liefen total easy. Bei Kilometer 30 denkt man: „nur“ noch 12, dann bist Du am Ziel. Die Kilometer 32 bis 38 waren die schwierigsten. Die Beine wurden langsam schwer. Ich fragte mich langsam nach dem Sinn des Ganzen. Hör doch einfach auf, sagte mein „innerer Schweinehund“.

Bei Kilometer 38 waren wir wieder in der Innenstadt. Jetzt hast´e es schon so weit gebracht, den Rest schaffste auch noch. Bei Kilometer 40 gingen die Glücksgefühle langsam los. Ab dem 41. läufst Du nur noch in einer engen Gasse. Überall Menschen um Dich rum. Du wirst einfach mitgetragen und dann, - dann der Einlauf in die Festhalle. Wow! Keine schweren Beine, keine Erschöpfung, du läufst wie auf Wolken. Die Halle ist dunkel, Licht blitzt auf und die Massen schreien.

Ein unbeschreibliches Gefühl breitete sich in mir aus. Sensationell!!!! Ich habe geheult und gelacht – alles gleichzeitig. Emotional das absolute Megaerlebnis! Zielzeit: 04:14. Ich war überglücklich obwohl ich natürlich gerne mit 03:59:59 eingelaufen wäre. Aber der nächste Marathon kommt bestimmt und dann werden die 4 Stunden geknackt.

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Anjuli Götzelmann

Gedanken während eines Marathon

Mein Wecker klingelt. Es ist 5:30 Uhr. Ich öffne meine Augen und höre, wie Regentropfen an die Fensterscheibe prasseln. Es ist Sonntag, ich bin in einem Hotelzimmer in Hannover, heute ist mein großer Tag!

Nur noch wenige Minuten bis zum Start um 9:00 Uhr. Allen Marathonläufern ist eine gewisse Anspannung anzumerken. Ich selber laufe im Startbereich noch ein bisschen auf und ab, um meine Nervosität abzubauen. Zum Unglück schmerzen schon jetzt meine linken Außenbänder. Eine Lautsprecheransage ermahnt die Läufer, sich hinter die Startlinie zu begeben. In dem Läuferpulk bekomme ich das erste Mal Zweifel, ob ich den Marathon überhaupt schaffen werde? Jawohl! –Ich habe mir das Ziel gesetzt und werde es auch erreichen! Heute wollen ungefähr zweitausend Ausdauerathleten die Distanz über 42,195 km bewältigen, ich kann das auch! Es ist soweit, der Countdown läuft ..., 3, 2, 1, es geht los! In einem tumultartigen Gedränge versuchen alle Sportler über die Startlinie zu stürmen. Mein Vater und Trainer läuft dicht bei mir, um mich nicht aus den Augen zu verlieren. Bereits nach fünf Minuten sind wir am ersten Kilometer angelangt. Ich spüre meinen Puls rasen. Die erste Versorgungsstelle kommt nach fünf Kilometern. Obwohl es verschiedene Getränke wie Elektrolytgetränke, Apfelsaftschorle und Cola gibt, greife ich nur nach Wasser. Es regnet immer noch, aber ich liebe das Laufen bei Regen, die Tropfen, die meine Haut benetzen, erfrischen mich sehr. Wir nähern uns der zehn Kilometer Marke, ein Viertel ist geschafft. Die Kilometer fliegen mit vielen Eindrücken an mir vorbei. Ich fühle mich gut. An dem Geräuschpegel der Zuschauer merke ich, dass ich mich in Zielnähe befinde. Ziel bedeutet in diesem Moment nicht das Ende der Laufstrecke, sondern erst Halbzeit, da die Strecke zwei Mal durchlaufen werden muss. Ein schneller Blick auf meine Stoppuhr sagt mir, dass ich mich mit 1:47:17 Stunden bei 21,1 km voll im Zeitrahmen befinde. Trotz des feuchtkühlen Wetters ist meine Kehle völlig ausgetrocknet. Zum Glück befindet sich die nächste Versorgungsstelle unmittelbar vor uns. Ich laufe daran vorbei, mein Vater reicht mir dieses Mal ein Elektrolytgetränk, das ich mit viel Wasser nachspüle. Kilometer 25 wird durch ein großes Plakat angezeigt.

Jetzt beginnt die heiße Phase, ich bin noch nie weiter gelaufen als diese Strecke. Allmählich werden im letzten Viertel meine Oberschenkel zunehmend schwerer. So langsam kommen auch die ersten Selbstzweifel zurück. Wie kann man nur so verrückt sein einen Marathon zu laufen? Ich bin meinem Vater dankbar, dass er mich während des Laufs ständig motiviert. Ich habe Hunderte Kilometer trainiert. Jetzt wird durchgehalten, an Aufgeben ist nicht zu denken. Die letzten fünf Kilometer zähle ich die verbleibenden Kilometer rückwärts und ich versuche mir die Zeit zu errechnen, mit der ich das Ziel erreichen werde. Geringfügig lenken mich die Universität und andere Gebäude, als wir durch die Innenstadt von Hannover laufen, ab. Ich suche das Rathaus, wo mich das lang ersehnte Ziel erwartet, denn weit kann es nicht mehr sein. Zwei Hundert Meter vor mir erscheint die 40 Kilometer Marke, ich denke mir: welch ein Glück, aber ich merke jetzt jeden Schritt. Noch einen letzten Schluck Cola um meinen Glykogen Speicher aufzufüllen. 1,195 Kilometer bis in das Ziel. Ich denke an die Stimmung in der Stadt, Tausende von Sportbegeisterten haben mich durch ihre unfassbare Stimmung aufgemuntert. Wie wird dies erst kurz vor dem Ziel sein? Endlich, nur noch ein Kilometer. Meine Beine geben das Letzte und Beste, was noch rauszuholen ist. Ich spüre sie gar nicht mehr, aber es sind mir die Schmerzen wert, denn ich sehe schon aus der Entfernung die vier großen Buchstaben: ZIEL. Im Augenwinkel sehe ich Verwandte neben dem Zieleinlauf stehen und mir zujubeln. Ich bin so fertig, dass ich sie gar nicht richtig wahrnehme. Auf meiner Stoppuhr läuft die Zeit dahin, mein Ziel war es den Marathon unter 4:00:00 Stunden zu laufen, jedoch könnte ich es jetzt sogar unter 3:42:00 Stunden schaffen. Das Ziel kommt immer näher und die große Digitaluhr bleibt bei 3:41:44 Stunden stehen. Ich habe es geschafft und meine Beine sacken unter mir zusammen. Da es bei den Deutschen Marathonmeisterschaften keine Jugendwertung gibt, muss ich mich als jüngste Starterin in der Frauen-Hauptklasse mit dem 26. Platz zufrieden geben.
Anjuli Götzelmann

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Joachim Rothengast

Selbstgestecktes Ziel beim München – Marathon erreicht!
Der 47-jährige Joachim Rothengast aus Kützbrunn, der seit 5 Monaten beim ETSV Lauda läuft, erzählt, wie er von „0 auf 42“ kam.

Das Laufen ist mittlerweile zu einem fast täglichen Bestandteil meines Lebens geworden. Ich opfere dafür einen großen Teil meiner Freizeit. Aber es ist ein Opfer, das ich sehr gerne bringe.

Doch wie hat alles angefangen? Ich muss zugeben, dass ich noch nie der „unsportliche Typ“ war. Als Jugendlicher machte mir Fußballspielen am meisten Spaß. Ungefähr vor 20 Jahren betrieb ich aktiv den Judosport. Nach dem Braungurt verletzte ich mich im Training ernstlich, was letztendlich dazu führte, dass ich diesen Sport aufgab. Danach betrieb ich regelmäßig Freizeitsport, sei es Fahrradfahren, Inlineskaten, ab und zu Krafttraining. Das reichte mir, um fit zu bleiben.

Dann kam im Sommer 2002 die große Wende.

Zu meinem 45. Geburtstag schenkte mir ein Freund ein Buch über das Laufen. Nach der eingehenden Lektüre stand für mich fest: „Das probiere ich aus“. Durch das Buch wird man genauestens instruiert wie man seine, anfänglich doch recht bescheidene, Laufleistung kontinuierlich steigern kann. Und es hat geklappt! War ich nach dem ersten Mal Joggen nach einer Distanz von 5 km total ausgepowert, steigerte sich meine Leistungsfähigkeit rasch. Nachdem auch vom Internisten das medizinische O.k. gekommen war, fing ich ca. ½ Jahr nach meinem Geburtstag an, für meinen ersten Halbmarathon zu trainieren. Im März 2003 startete ich in Würzburg beim Gedächtnislauf über die Distanz von 21 km. Dieser Erfolg spornte mich an, es im Mai 2003 mit dem ersten Marathonlauf zu probieren. Immer mit Hilfe meines „Laufbuches“ und ansonsten in Eigenregie trainierte ich für den Oberelbe – Marathon von Schloss Königstein nach Dresden. Für diesen ersten Versuch hatte ich mir nur eines vorgenommen: Das Ziel nach 42,195 km zu erreichen. Dass das dann auch noch in einer Zeit von unter 4 Stunden geklappt hat, hat mir gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Zu diesem Zeitpunkt schloss ich mich einem Freund aus unserem kleinen Ort an, mit dem ich  seitdem 1-mal wöchentlich trainiere. Er läuft schon längere Zeit und war der erste, von dessen Erfahrungen ich profitieren konnte.

Es folgten weitere Läufe, bei denen ich mich immer steigern konnte. Das alles funktioniert natürlich nur mit einer guten vierteljährlichen Vorbereitung. In dieser Phase laufe ich wöchentlich ca. 90 km. Da ist auch die Unterstützung der Familie gefragt. Meine Ehefrau, meine Tochter und mein Sohn sind von meinem Hobby begeistert und begleiten mich fast immer als „Fans“ zu meinen Läufen.

Im Mai dieses Jahres kam ich mit Matthias und Thomas Götzelmann von der Langlaufgruppe des ETSV Lauda ins Gespräch. Spontan wurde ich eingeladen, unverbindlich zum wöchentlichen Lauftreff in Lauda zu kommen. Es freut mich auch, dass es für meine Frau möglich ist, zeitgleich mit der Nordic walking – Gruppe des ETSV zu walken. Mein Beitritt zum ETSV war wiederum ein einschneidendes, positives Ereignis in meiner sportlichen Laufbahn. Beim Lauftreff des ETSV fühle ich mich unter gleichgesinnten, sportlichen Männer und Frauen sehr wohl. Das regelmäßige Laufen in der Gruppe und der Austausch von Erfahrungen haben mich weitergebracht. Ich kann nur jedem Hobbyläufer empfehlen, sich dem ETSV Lauftreff anzuschließen.

Gerade im Hinblick auf den zurückliegenden München-Marathon haben mich die Brüder Götzelmann sehr gut betreut und mir einen individuellen Trainingsplan erstellt. Diese Unterstützung und die wertvollen Tipps haben es nun ermöglicht, dass ich mein Ziel, den Marathon erstmals unter 3 Stunden : 30 Minuten zu laufen, erreicht habe. Dieses selbstgesteckte Ziel nahm ich am 10. Oktober in Angriff. Bei optimalem Laufwetter von ca. 12 ° C ging es um 10 Uhr auf dem Olympiagelände an den Start. Ich fühlte mich topfit und freute mich schon seit Tagen auf das sportliche Highlight. All meine Erwartungen wurden erfüllt. Der Lauf und das Rahmenprogramm waren bestens organisiert. Die Unterstützung der Menschen und der Musikbands entlang der Strecke war super und motivierend. Ich hatte keine Durchhänger und merkte schon während des Laufens, dass es mit der Zeit hinhauen müsste. Das absolute Glücksgefühl stellte sich beim Einlaufen ins Olympia-Stadion durch das Marathon-Tor, der letzten Runde im Stadion und beim Erreichen des Ziel in einer Zeit von letztendlich 3 Stunden : 27 Minuten ein.

Die harte Vorbereitungszeit hat sich gelohnt. Nun kann ich es etwas ruhiger angehen mit 3 Läufen in der Woche. Aber schon im Frühjahr warten vielleicht der London-Marathon oder andere interessante Läufe auf mich, und das bedeutet wieder tägliches Training. Mein großer Traum ist es, beim New York –Marathon zu starten. Wenn alles klappt, werde ich ihn mir zu meinem 50. Geburtstag erfüllen.

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